Leguminosen

Leguminosen holen sich, bei ausreichender Impfung, 80% ihres Stickstoffbedarfs über die Knöllchenbakterien (Rhizobien) aus der Luft. Die verbleibenden 20% Stickstoff müssen über den Boden bzw. mineralisch zugeführt werden.

Folglich ist für eine gute Ertragsbildung von Leguminosen der Zustand des Lebensraumes der sensiblen Knöllchenbakterien entscheidend. Fehler bei der Düngung werden kaum verziehen, sie muss also speziell auf die Bedürfnisse der Knöllchenbakterien abgestimmt sein.

Knöllchenbakterien reagieren sehr empfindlich auf Nitrat, da dieses deren Entwicklung generell hemmt. Nitratdüngung, z.B. über Gülle, 3x15, KAS etc., sollte daher grundsätzlich vermieden werden. Auch nicht stabilisierte Ammoniumdünger (SSA, DAP) sind nicht für Leguminosen geeignet, da sie sich innerhalb weniger Tage in Nitrat nitrifizieren und damit ebenfalls entwicklungshemmend auswirken.

Um die Stickstoffversorgung außerhalb des Luftstickstoffs dennoch zu gewährleisten, sollte stabilisierter Stickstoff verwendet werden. Dieser gewährleistet, dass den Knöllchenbakterien, besonders zu Beginn der Wachstumsphase, ein nitratfreies Wachstumsumfeld bereitgestellt wird, das deren optimale Vermehrung fördert.

Soja, die am häufigsten angebaute Leguminose, benötigt, bei einem Ertrag von
3 to./ha, mindestens 180 kg N und 50 kg S je Hektar. Da. ca. 80% des Stickstoffs über die Knöllchenbakterien aus der Luft aufgenommen wird, müssen etwa
35 kg N in Form von stabilem Ammonium in Kombination mit dem benötigten Schwefel mineralisch zugeführt werden.

In der für den Ertrag entscheidenden Blütezeit muss neben Stickstoff und Schwefel zudem eine ausreichende Versorgung mit Magnesium und Kalium gegen Trockenstress gewährleistet sein. Diese vier Nährstoffe tragen wesentlich zur Kornfüllung und harmonischen Abreife der Frucht bei. Besonders Schwefel trägt eine entscheidende Rolle, da er für den Aufbau des Bakterien-Eiweißes benötigt wird und in der späteren Folge für die wichtige Eiweißbildung in der Pflanze dringend erforderlich ist.

Leguminosen haben in den ersten drei Wochen des Blühbeginns den höchsten Wasserbedarf. In dieser Zeit wird der Schotenansatz und die Kornzahl je Hülse festgelegt. Trockenstress lässt sich in dieser Phase durch ausreichende Kali Versorgung mindern. Eine gute Versorgung innerhalb dieses Zeitraums sorgt für eine effiziente Wassernutzung der Pflanze.

Spezielle Wurzelausscheidungen von Leguminosen mobilisieren labile Phosphatformen und machen sie pflanzenverfügbar. Unterstützt wird dies zusätzlich durch die Schwefeloxidation des Elementarschwefels in Spower® Düngern.

Kobalt für Leguminosen

Kobalt wurde in der Vergangenheit hauptsächlich als Katalysator zur Selenaufnahme der Pflanze angesehen. Damit wird Selen von der Pflanze besser aufgenommen und kann damit in den Stall oder die Biogas Anlage transportiert werden.

Für das Wachstum der Pflanze selbst, wurde kein Nutzen abgeleitet.

Diese Sichtweise hat sich, die Leguminosen betreffend, in den letzten Jahren grundlegend geändert. Untersuchungen zeigen, dass die für die Stickstoff-Fixierung aus der Luft wichtigen Rhizobien, sehr wohl Kobalt benötigen um effektiv arbeiten zu können.

So wurde belegt, dass latenter Kobalt Mangel zu einer bis zu 30% geringerer Besiedelung der Leguminosen mit Rhizobien führt. Als ursächlich wird die gestörte Synthese des Leghämoglobins angesehen. Dieses wird analog zum Hämoglobin bei Säugetieren, welches den roten Blutkörperchen anhaftet, zum Sauerstofftransport innerhalb des Bakteriums benötigt.

Als eine weitere Auswirkung von Kobalt Mangel erweist sich bei Leguminosen eine geringere Methionin-Synthese (ein Protein, das für die Ernährung von Säugetieren wichtig ist). Dies mindert die Eiweißqualität und ist ein Zeichen für eine verminderte Stickstoff Fixierung durch die Knöllchenbakterien.

Spower® für Leguminosen

Angepasst auf die Düngung von Leguminosen bieten wir vier spezielle Dünger für Leguminosen an. Damit decken Sie den spezifischen Mikronährstoffbedarf der Feldfrucht genauso wie den der Knöllchenbakterien ab. Stickstoff seht, je nach Bedarf, in stabilisierter Ammonium Form zur Verfügung.

Spower®Kleegras

Bei Kleegras und Luzernegras liegt der Leguminosenanteil zwischen 40 und 70%. Die Güllegabe sollte deshalb 20 m³ nicht überschreiten, um den Nitratanteil, der die Entwicklung der Knöllchenbakterien hemmt, zu begrenzen.

Spower®Kleegras ergänzt die Gülle vor allem zum Ausgleich von Phosphor und Schwefel zusammen mit einer geringen Gabe Ammonium.

Neben den Mikronährstoffen Kobalt, Kupfer und Zink ist Spower®Kleegras vor allem mit Molybdän angereichert. Molybdän ist ein wichtiger Nährstoff, der zur Stickstoff Fixierung durch die Knöllchenbakterien benötigt wird. Besonders auf Böden mit niedrigem pH-Wert tritt Mangel auf. Folge ist eine schlechte Stickstoff Verwertung mit anschließenden Stickstoff Mangel- Symptomen.

Wir empfehlen in Kombination mit Gülle 300 kg/ha Spower®Kleegras

Luzerne

Luzerne ist vor allem im Jugendstadium sehr kälteempfindlich. Um Auswinterungsschäden zu verringern, empfiehlt es sich eine Luzerne-Gras Mischung anzubauen.

Die Gräser bieten den Luzerne Pflanzen über die Wintermonate Schutz vor Kälte und reduzieren Schäden.

Spower®Legu1

Bei Luzerne und allen anderen Kleearten  wird keine Gülle ausgebracht, daher ist es nötig, für einen Ausgleich von Phosphor und Kalium, zusammen mit den erforderlichen Mikronährstoffen, insbesondere Molybdän, zu sorgen.

Spower®Legu1 stellt dies sicher und bringt auch die erforderliche Menge Schwefel mit.

Wir empfehlen je nach Phosphor und Kali Bedarf 400 kg/ha Spower®Legu1.

Molybdän

Molybdän ist Bestandteil der Enzyme Nitratreduktase und Nitrogenase und damit wichtig für die Stickstoff Assimilation. Mangel führt zu Nitratanreicherungen in der Pflanze, welche den Eiweißstoffwechsel stört und zu Anreicherungen von Zucker und Stärke führt.

Nitrogenase ist das entscheidende Enzym für die Stickstoff-Fixierung der Knöllchenbakterien.

Spower®Legu2
Versorgungsstufe E bei P und K

Ist der Boden überversorgt mit Phosphor und Kalium  (Versorgungsstufe E oder D) sollte ein phosphor- und kalifreies Düngemittel verwendet werden, die dennoch den Bedarf an Schwefel und vor allem an Mikronährstoffen, insbesondere Molybdän, für die Knöllchenbakterien deckt.

Der hohe Anteil an Kreidekalk verbessert innerhalb kurzer Zeit die chemischen, physikalischen und biologischen Eigenschaften des Bodens, hebt den pH-Wert, erhöht die Nährstoffverfügbarkeit und steigert die Porosität der Böden zur besseren Wasseraufnahme, Wasserspeicherung und erleichtertes Wurzelwachstum.

Wir empfehlen 400 kg/ha Spower®Legu2.

Spower®Soja

Soja ist die am häufigsten angebaute Leguminose. Sie ist, wie alle anderen Leguminosen auch, angewiesen auf die  Stickstoffversorgung über die Knöllchenbakterien. Insofern ist es erforderlich, den Lebensraum der Knöllchenbakterien in einem optimalen Zustand zu versetzen. Dazu zählt neben der Versorgung mit nitratfreiem Stickstoff, eine gute Kali und Magnesium Versorgung zur Blütezeit und vor allem die optimale Zufuhr von Mikronährstoffen.

Vor  allem eine ausreichende Molybdän Versorgung ist entscheidend. Die Knöllchenbakterien benötigen dieses Spurenelement um den Stickstoff aus der Luft binden zu können. Dies steigert die Knöllchenbildung, damit die Stickstoffeffizienz und einhergehend den Ertrag.

Der beigefügte Kreidekalk mit 90%iger Reaktivität macht den Boden durchlässiger für den Stickstoff in der Luft, erhöht die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und wirkt sich positiv auf das gesamte Bodenleben aus. Zudem hebt er den pH-Wert des Bodens und macht damit Molybdän besser pflanzenverfügbar.

Abgerundet wird Spower®Soja durch den schnell und langsam wirkenden Schwefel, der sowohl den Eiweißgehalt der Frucht als auch die Verwertung des Stickstoffs in der Pflanze bis zur Abreife verbessert.

Wir empfehlen 400 kg/ha Spower®Soja.